Eine Führung in 16 Stationen

Willkommen im Hamburger Rathaus.

Ein Rundgang durch das politische Herz unserer Stadt – gedacht als Begleitmaterial für unsere Patinnen, Paten und Gäste. Sechs Sprachen. Sechzehn Räume. Eine gemeinsame Stadt.

Erbaut
1886–1897
Säle & Räume
647
Höhe Turm
112 Meter
Tour beginnen
F.HH Flüchtlingshilfe Harvestehude
Außenansicht Hamburger Rathaus
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Station 1 / 16
Das Rathaus
Außenansicht Hamburger Rathaus
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Station 1 / 16

Das Rathaus

Das Hamburger Rathaus ist ein historistischer Sandstein-Bau aus dem Jahr 1897. Die Fassade ist mit Elementen der Nordischen Renaissance reich geschmückt. Auf dem weiteren Rundgang werden Sie zahlreiche Stilelemente vergangener Bauepochen wiederentdecken – genau das zeichnet den Historismus aus.

Es ist Sitz des Hamburger Senats (der Landesregierung) und der Hamburgischen Bürgerschaft (des Landesparlaments). Damit befindet sich hier das politische Herz der Freien und Hansestadt Hamburg.

Trotz der massiven Bombardements im Zweiten Weltkrieg blieb das Rathaus nahezu unversehrt. Der Originalzustand ist bis heute fast unverändert erhalten.

Wussten Sie schon?
Die Fassade ist 111 Meter breit – exakt so lang wie der Mittelturm hoch ist (112 m). Architektonische Harmonie nach hanseatischem Geschmack.
Einweihung
1897
Fassadenbreite
111 m
Turmhöhe
112 m
Die Rathausdiele — Säulenhalle
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Station 2 / 16
Die Rathausdiele
Die Rathausdiele — Säulenhalle
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Station 2 / 16

Die Rathausdiele

Wir befinden uns hier in der Rathausdiele – einer ebenerdigen, öffentlich zugänglichen Eingangshalle. Sie ist nach dem Vorbild der typischen Hamburger Kontorhäuser gestaltet und soll bewusst ein Ort für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt sein. Von hier aus geht es in alle weiteren Bereiche des Hauses.

Das Hauptportal ziert ein Uhrwerk mit einem beeindruckenden Glockenspiel: Die obere kleine Glocke wird von einem Kind, das auf dem Schoß seiner Mutter sitzt, geschlagen – sie zeigt die Viertelstunde an. Der Tod, links sitzend auf einem Sarg, schlägt die große Glocke zur vollen Stunde. Ein Sinnbild für die Vergänglichkeit des Lebens.

Das Ziffernblatt wird rechts von einem Hahn (dem Tag) und links von einer Eule (der Nacht) flankiert. Vom Eingang aus rechts führt der prunkvolle Senats-Treppenaufgang – eine einzelne Treppe symbolisiert die Einstimmigkeit der Regierung. Links sehen Sie zwei hinaufführende Treppen des Bürgerschaftstreppenhauses – sie deuten auf die Vielstimmigkeit des Parlaments hin.

Wussten Sie schon?
Das Sterngewölbe wird von 16 Sandsteinsäulen getragen. Auf ihnen finden sich Reliefs von 68 verdienten Hamburger Bürgern – darunter Heinrich Hertz, Johannes Brahms und Lessing.
Säulen
16
Reliefs
68
Treppenhäuser
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Bürgerschaftstreppenhaus
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Station 3 / 16
Bürgerschaftstreppenhaus
Bürgerschaftstreppenhaus
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Station 3 / 16

Bürgerschaftstreppenhaus

Dieses Treppenhaus ist der offizielle Aufgang der Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft und ihrer geladenen Gäste. Die Wände sind mit Marmor verkleidet, der Fußboden mit Granit aus Sardinien. Die hölzernen Handläufe ruhen auf 123 Messing-Vasenbalustern.

Unter der Decke verläuft ein illustrierter Bildlauf, der das Leben eines Hamburger Bürgers im 19. Jahrhundert erzählt – vom Künstler de Breucken. Beginnend mit Geburt und Kindheit, über schulische Ausbildung, Wanderschaft und Werbung um eine junge Frau, bis hin zur Hochzeit und – als Hauptmalerei – dem Bürgereid.

Bis 1918 konnten diesen Eid nur Männer ab 25 Jahren leisten, die ein Grundstück innerhalb der Stadtmauern besaßen und mindestens 1.200 Mark Jahressteuer in Gold zahlten. Erst damit war man »Bürger der Stadt Hamburg« und erwarb das Wahlrecht. Nur 5 bis 10 Prozent der männlichen Einwohner erfüllten diese Bedingungen – Macht und Einfluss blieben den Reichen vorbehalten.

Die übrigen Szenen zeigen das Wirken des Bürgers zum Wohle der Stadt: Handel, Bauwesen, Weitergabe des Wissens – und schließlich die Muße des hohen Alters im Kreise der Enkel.

Wussten Sie schon?
Ein Hafenarbeiter verdiente damals rund 100 Goldmark im Monat. Um Bürger zu werden, musste man also das Zwölffache eines Jahreseinkommens als Steuer abführen.
Messing-Baluster
123
Ende des Männerwahlrechts
1918
Lebensstationen
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Lobby / Foyer vor dem Plenarsaal
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Station 4 / 16
Lobby / Foyer
Lobby / Foyer vor dem Plenarsaal
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Station 4 / 16

Lobby / Foyer

In diesem vorgelagerten Raum zum Plenarsaal befinden sich die Garderoben der Abgeordneten. Das Gebäude wurde zwischen 1886 und 1897 errichtet, ist 111 Meter lang und 70 Meter tief. Der Rohbau allein kostete 11 Millionen Goldmark – umgerechnet etwa 60 bis 80 Millionen Euro.

Viele Schmuckverzierungen und Einrichtungsgegenstände sind Geschenke und Stiftungen Hamburger Bürger und Kaufleute. Es bestand ein allgemeines Interesse daran, einen repräsentativen Bau zu erschaffen. Der tatsächliche Gesamtwert des Gebäudes ist nicht schätzbar.

Da der Baugrund nahe der Alster sehr weich und morastig ist, besitzt das Rathaus eine besondere Pfahlgründung: 3.845 Kiefernholzpfähle wurden in den Boden gerammt, darauf eine massive Betonplatte gegossen. Das Wandgemälde gegenüber dem Plenarsaal zeigt den Hamburger Hafen im 19. Jahrhundert – mit der schnellen Fünfmastbark »Potosí« und dem Dampfschiff »Pennsylvania«: alte Segelschiffe kommen heim, moderne Stahlschiffe fahren hinaus in die Welt.

Wussten Sie schon?
Die 3.845 Kiefernpfähle sind je 12 Meter lang und 30 cm im Durchmesser. Sie ruhen unter 6.106 m³ Beton – einer Platte von bis zu 1,5 Metern Dicke.
Kiefernpfähle
3.845
Goldmark Rohbau
11 Mio.
Bauzeit
11 Jahre
Der Plenarsaal der Bürgerschaft
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Station 5 / 16
Der Plenarsaal
Der Plenarsaal der Bürgerschaft
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Station 5 / 16

Der Plenarsaal

Hier tagt jeden zweiten Mittwoch im Monat das Hamburgische Landesparlament – die Bürgerschaft mit ihren 121 Abgeordneten. Die Landesregierung ist vorne auf der linken Bank platziert, der Bürgermeister sitzt vorne rechts. Den Vorsitz führt die Bürgerschaftspräsidentin.

Das Rednerpult im Vordergrund heißt in Hamburg liebevoll »die Bütt«. Die Bestuhlung wurde in den 1950er Jahren nach alten Vorlagen wieder eingebaut – sie ist fest installiert, sodass Vertreter unterschiedlicher Fraktionen mitunter direkt nebeneinander sitzen.

Die Bürgerschaft tagt traditionell erst ab 15:00 Uhr, denn alle Abgeordneten gehen weiterhin ihrem eigentlichen Beruf nach. Hamburg hat ein sogenanntes »Teilzeit- oder Feierabendparlament« – nur der Senat arbeitet in Vollzeit. Bürgerschaftssitzungen sind öffentlich – jede Bürgerin und jeder Bürger kann nach Anmeldung als Gast teilnehmen.

Wussten Sie schon?
Während der NS-Zeit wurde die ursprüngliche Bestuhlung entfernt – ein Plenum mit Meinungsvielfalt war nicht erwünscht. Auch die ursprüngliche Neigung des Saales wurde damals eingeebnet.
Abgeordnete
121
Sitzungsbeginn
15:00
Besucherplätze
120
Bürgerschaftsflügel

»Vielstimmigkeit des Parlaments – zwei Treppen führen hinauf.«

Der Bürgersaal
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Station 6 / 16
Der Bürgersaal
Der Bürgersaal
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Station 6 / 16

Der Bürgersaal

Dieser Saal ist der offizielle Empfangs- und Konferenzsaal der Bürgerschaft und ihres Präsidiums. Er ist einer »guten bürgerlichen Stube« nachempfunden. Die Balkendecke besteht aus Nussholz, die Zwischenflächen aus Kiefer – die Intarsien-Optik ist tatsächlich nur eine schablonierte Öl-Lasur.

Der Schmuckfries unterhalb der Decke zeigt Medaillons ehemaliger Bürgerschaftspräsidenten. Die Relieftapete ist aus Filz gefertigt – in Leinöl getränkt, gepresst, mit Ölfarbe bemalt und durch die Trocknung steinhart geworden. Es ist der Originalfilz von 1897.

Der Kamin aus poliertem Granit ist einer von vier auf der Etage. Keiner dieser Kamine wurde je befeuert – von Beginn an war eine Ferndampfheizung installiert, deren Kessel sich 250 Meter entfernt in der Poststraße befanden. Auch die Lampen brannten nie mit Gas: Elektrizität war von Anfang an installiert. Erkennbar an den nach unten zeigenden Fassungen – mit Gas wäre das nicht möglich gewesen.

Wussten Sie schon?
Die handgeschnitzten Köpfe an den Wandbänken stellen Schadenfreude, Ironie, Neid und Missgunst dar – eine stille Mahnung an die Abgeordneten, diese Eigenschaften nicht in die Debatten einfließen zu lassen.
Originalfilz
1897
Kamine, nie befeuert
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Entfernung zum Heizwerk
250 m
Der Kaisersaal — Ledertapete
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Station 7 / 16
Der Kaisersaal
Der Kaisersaal — Ledertapete
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Der Kaisersaal

Dieser Saal ist dem Handel und der Seefahrt gewidmet. Der Name »Kaisersaal« geht zurück auf den Besuch Kaiser Wilhelms II. im Jahre 1895 – von hier aus eröffnete er den damaligen »Kaiser-Wilhelm-Kanal«, den heutigen Nord-Ostsee-Kanal. Eine Bronzetafel über dem Portal erinnert daran.

Das Gemälde an der knapp acht Meter hohen Decke zeigt den »Triumph der Deutschen Seefahrt«. Auf der Westseite ist die raue Nordsee mit Poseidon dargestellt, östlich seine Ehefrau Amphitrite mit der ruhigen Ostsee. In den Lünetten erscheinen Allegorien der großen deutschen Hafenstädte: Wilhelmshaven, Emden, Bremerhaven, Hamburg, Kiel, Lübeck, Stettin und Königsberg.

Der Wandbehang besteht aus geprägtem Rindsleder – die größte Ledertapete ihrer Art in Europa, hergestellt von einem Hamburger Gerber. Die Stuckreliefs zwischen den Stadtallegorien stellen die Kontinente dar, mit denen Hamburg Handel treibt: Ostasien, Orient, Arktis, Afrika, Nordamerika und Australien.

Wussten Sie schon?
Die Türflügel sind mit feinster Marketerie aus Schildpattimitaten, Silber, Kupfer, Messing, Perlmutt und Elfenbein in einem Rahmen aus Ebenholz verziert.
Kaiserbesuch
1895
Deckenhöhe
8 m
Kontinente im Handel
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Turmsaal — Deckengemälde der Kuppel
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Turmsaal · Saal der Republiken
Turmsaal — Deckengemälde der Kuppel
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Turmsaal · Saal der Republiken

Wir befinden uns in der baulichen und symbolischen Mitte des Rathauses und der Hansestadt Hamburg. Über uns erhebt sich der Turm mit einer Gesamthöhe von 112 Metern. Von hier aus erreicht man alle politisch wichtigen Räumlichkeiten – den Bürgerschaftsflügel, den Senat, den Großen Festsaal und den Staatsbalkon.

Nur der Bürgermeister und der Bürgerschaftspräsident sowie ihre Gäste dürfen laut Protokoll den Balkon betreten. Hier findet am 1. Januar der traditionelle Neujahrsempfang statt.

Der zweite Name lautet »Saal der Republiken«: An den Wänden sind die antiken Stadtstaaten Athen und Rom sowie Venedig und Amsterdam abgebildet – Hamburgs republikanische Verwandte. Die Gobelins tragen die Inschrift »S.P.Q.H.« – »Senatus Populusque Hamburgensis«, in Anlehnung an das römische Vorbild: »Senat und Volk von Hamburg«.

Verwendet wurden nur edelste Materialien: weißer Carrara-Marmor, acht massive Säulen aus dem Halbedelstein Onyx (ein Geschenk der Reederei Laeisz), Portale aus vergoldeter Aluminiumbronze.

Wussten Sie schon?
Im 19. Jahrhundert wurde Aluminium mit Gold aufgewogen – die Herstellung verschlang Unmengen an damals noch sehr teurem Strom.
Turmhöhe
112 m
Onyx-Säulen
8
Neujahrsempfang
1. Januar
Senatsflügel

»Hier beginnt der prunkvolle Bereich der Regierung.«

Der Bürgermeistersaal — Kamin
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Station 9 / 16
Der Bürgermeistersaal
Der Bürgermeistersaal — Kamin
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Der Bürgermeistersaal

Der Bürgermeistersaal verfügt über eine prächtige Decke aus Mahagoni. Achteckige tiefe Kassetten wechseln mit quadratischen Knotenfeldern ab, von denen vergoldete Knäufe wie Tropfen herabhängen. Der Fries besteht aus bemalten Gipsplatten – nicht, wie leicht zu vermuten, aus Vorhängen.

Der Wandbehang besteht aus handvernähtem, versilbertem Leder – dargestellt sind Pomeranzen. Den Kamin aus poliertem Kalkstein »Nero Portoro« ziert Klio, die Muse der Geschichtsschreibung, in Bronze.

Hier ist erstmals das Große Staatswappen über dem Portal zum Festsaal zu sehen. Dieses Wappen mit Löwen und Ritterhelm dürfen ausschließlich Senat und Bürgerschaft verwenden. Das große Gemälde an der Kopfseite stammt von Hugo Vogel und zeigt Bürgermeister Versmann mit seinen Ratsherren beim Einzug in das Rathaus im Jahre 1897 – in offizieller Amts-Robe im Stile der spanischen Renaissance, die mitsamt Hut bis zu 35 Kilogramm wog.

Wussten Sie schon?
Erst ab 1918 durfte der Senat eigene Anzüge zur Dienstzeit tragen. Vorher: die schwere, schwer zu reinigende Amts-Robe.
Amts-Robe mit Hut
35 kg
Erlaubnis ziviler Kleidung
1918
Einzug ins Rathaus
1897
Das Waisenzimmer — Holzschnitzereien
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Das Waisenzimmer
Das Waisenzimmer — Holzschnitzereien
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Das Waisenzimmer

Das Waisenzimmer sticht durch seine außergewöhnliche Kerbschnittkunst hervor – an Wänden, Decke, Türen und Fensterrahmen. Diese Arbeiten wurden in fünf Jahren von 80 Waisenjungen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren angefertigt.

Die Schnitzereien entstanden in den Lehr- und Werkstätten städtischer Waisenhäuser unter der Leitung des Lehrherrn Petersohn und dienten der beruflichen Ausbildung der Waisenkinder. Für alle Beteiligten war es eine große Ehre, am Bau des neuen Rathauses mitwirken zu dürfen. Viele der Kinder sind später Kunsthandwerker geblieben.

Die Tapete besteht ebenfalls aus ölgetränktem Filz – hier in einer rötlichen Tönung. Die Portraits zeigen Senatoren und Bürgermeister des 18. Jahrhunderts und weisen alle den sogenannten »Mona-Lisa-Effekt« auf: Egal wo Sie im Raum stehen – die Augen scheinen Sie zu verfolgen. Die Stühle sind handgefertigte »Vierländer Hochzeitsstühle« von 1897, geschenkt zur Einweihung des Hauses.

Wussten Sie schon?
In den Vierlanden – den Hamburger Randgemeinden – wurden solche Stühle traditionell den Bräuten für die Trauung angefertigt. Hier dienen sie nun einem ganz anderen Zweck.
Waisenjungen
80
Arbeit
5 Jahre
Alter der Schnitzer
8–14
Der Phönixsaal — Hammonia über dem Kamin
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Der Phönixsaal
Der Phönixsaal — Hammonia über dem Kamin
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Der Phönixsaal

Thematisch behandelt der Phönixsaal den Großen Brand von 1842, durch dessen verheerendes Feuer nahezu die komplette Hamburger Altstadt zerstört wurde. Der Stadtplan im Holz-Oval über der Bank zeigt die zerstörten Stadtteile rot unterlegt.

Gegenüber, oberhalb des üppig verzierten Kamins, sehen Sie das Fabelwesen Phönix, wie es sich aus der Asche zu neuem Leben erhebt. Im Gemälde darunter erkennt man die Stadtallegorie Hammonia mit dem frisch erblühten Rosenzweig, darunter das Zitat: »Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen.«

Das Gemälde zwischen den Fenstern zeigt die brennende Katharinen-Kirche in einer der Bombennächte 1943 – die zweite große Zerstörung der Innenstadt. Das Rathaus überstand den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet. Im Glaskasten darunter befindet sich der entschärfte Zünder einer Bombe, die auf dem Rathausmarkt landete – aber nicht explodierte.

Wussten Sie schon?
Das alte Rathaus wurde 1842 in der Hoffnung gesprengt, die Feuerwalze aufzuhalten – durch eine Winddrehung misslang das. Erst 44 Jahre später wurde mit dem heutigen Bau begonnen.
Großer Brand
1842
bis zum Neubau
44 Jahre
Bombennächte
1943
Das Empfangszimmer
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Station 12 / 16
Das Empfangszimmer
Das Empfangszimmer
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Station 12 / 16

Das Empfangszimmer

Hier im Empfangszimmer treffen der Bürgermeister und seine Staatsräte Diplomaten und Ehrengäste. Die Gemälde an der Wand zeigen die zuletzt verstorbenen demokratisch gewählten Bürgermeister des 20. Jahrhunderts.

Jeder Bürgermeister wird während seiner Amtszeit porträtiert und nach seinem Ableben durch das Aufhängen seines Gemäldes geehrt – eine stille Galerie der hanseatischen Demokratie.

Ein besonderes Werk ist das Portrait von Bürgermeister Petersen – ein Gemälde des berühmten Berliner Malers Max Liebermann. Die Tapete des Raums ist mit drei verschiedenen Farben bearbeitet worden, was ihr eine besondere Tiefe verleiht.

Wussten Sie schon?
Ein Porträt zu erhalten ist hier kein Lob zu Lebzeiten – sondern eine Ehre, die erst nach dem Tod sichtbar wird.
Porträtsammlung
20. Jh.
Maler des Petersen-Bildes
Liebermann
Farben in der Tapete
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Das Bürgermeisteramtszimmer
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Station 13 / 16
Bürgermeisteramtszimmer
Das Bürgermeisteramtszimmer
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Bürgermeisteramtszimmer

Das Bürgermeisteramtszimmer ist das offizielle Büro des Ersten Bürgermeisters. Nur er, der Zweite Bürgermeister und die Staatsräte der Senatskanzlei dürfen diesen Raum für Besprechungen nutzen.

Hier empfängt der Bürgermeister Ehrengäste und Senatoren zu internen Gesprächen – bevor man danach gemeinsam zu öffentlichen Veranstaltungen in die Festsäle geht.

Zwischen Erker und Kamin steht die Vitrine mit dem Goldenen Buch der Freien und Hansestadt Hamburg. Dieses »Buch« ist in Wirklichkeit eine hölzerne, mit Leder, Gold und Silber verzierte Schatulle, in der eine Lose-Blatt-Sammlung aufbewahrt wird. Dem offiziellen Staatsgast wird ein einzelnes Blatt gereicht, auf dem er oder sie sich verewigt.

Wussten Sie schon?
Die Bronzetafeln an der Wand zeigen Namen und Familienwappen aller Bürgermeister von 1264 bis 1912 – fast 650 Jahre hanseatischer Geschichte auf einer Wand.
Erster verzeichneter Bürgermeister
1264
Erster Bürgermeister
1
Goldenes Buch
Die Ratsstube — Senatssitzungssaal
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Station 14 / 16
Die Ratsstube
Die Ratsstube — Senatssitzungssaal
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Station 14 / 16

Die Ratsstube

Die Ratsstube ist der Versammlungsraum der Hamburgischen Regierung – des Senats. Hier treffen sich jeden Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Bürgermeister, die Senatoren und die Staatsräte.

Der Bürgermeister und sein Vertreter sitzen unter dem Baldachin in der Mitte. Eine strenge Sitzordnung gilt: Es zählt das Dienstalter, bei Gleichheit das Lebensalter. Die Senatssitzung darf nur durch den Bürgermeister selbst unterbrochen oder beendet werden.

Die Sitzordnung erinnert an ein Gerichtstribunal – tatsächlich war der Senat bis 1860 die höchste gerichtliche Instanz der Stadt. Ein freier Hamburger Bürger durfte nur »vor Gott und dem freien Himmel« gerichtet werden. Deshalb dient das Oberlicht nicht nur zur Erhellung, sondern als direkte Verbindung zum Himmel. Über der Ratsstube befinden sich zwei weitere Stockwerke – der Bereich darüber musste baulich ausgespart und das Dach gläsern ausgeführt werden.

Wussten Sie schon?
Im 19. Jahrhundert galt die Ratsstube mit ihren Doppeltüren als »abhörsicher«. Auch der altgermanische Rat »Thing« tagte einst unter Eichen – der Baldachin ist eine stilisierte Eiche.
Senatssitzung
Dienstags
Ende als Gerichtsinstanz
1860
Oberlicht zum Himmel
Senatstreppenhaus
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Station 15 / 16
Treppenhaus des Senats
Senatstreppenhaus
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Treppenhaus des Senats

Das Senatstreppenhaus dient als Haupttreppenhaus für große Veranstaltungen und Staatsempfänge. Wie das gegenüberliegende Bürgerschaftstreppenhaus ist es aus sardischem Marmor gefertigt, die Säulen bestehen aus schwedischem Granit.

Die beiden Marmorstatuen stellen Gnade und Gerechtigkeit dar und erinnern an die Tätigkeit des Senats als ehemaliger Gerichtshof.

Hier empfängt der Erste Bürgermeister am oberen Treppenabsatz alle Staats- und Ehrengäste. Dem traditionellen Protokoll nach geht der Bürgermeister dem Besucher nicht entgegen – er wartet am oberen Treppenabsatz. Eine kleine, aber bewusste Geste hanseatischen Selbstbewusstseins.

Wussten Sie schon?
Der Bürgermeister geht den Gästen nicht entgegen – die Gäste kommen zu ihm hinauf. Hansestädtische Würde, in einer einzigen Geste verdichtet.
Marmor
Sardinien
Granit der Säulen
Schweden
Marmorstatuen
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Der Große Festsaal
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Der Große Festsaal
Der Große Festsaal
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Station 16 / 16

Der Große Festsaal

Ursprünglich diente der 722 m² große Saal der gemeinsamen Versammlung von Senat und Bürgerschaft. Heute finden hier große Empfänge, Gala-Dinners und Festakte statt.

Jeder der Kronleuchter wiegt 1,5 Tonnen und besteht aus Bronze und Kristall. In jeder Krone befinden sich genau 287 Leuchtmittel – die Zahl entspricht den Arbeitstagen im 19. Jahrhundert. Die 15 m hohe Kassettendecke ist mit vergoldeten Holzblüten verziert; der Fries zeigt die 62 Wappen der Hansestädte von 1370.

Das fortlaufende Wandgemälde erzählt die Entstehungsgeschichte der Stadt – vom Urstromtal der Elbe vor 10.000 Jahren über die ersten Siedler, die Christianisierung der Niedersachsen durch Karl den Großen, die Hochzeit der Hanse im 15. Jahrhundert bis zum modernen Industriehafen der Jahrhundertwende.

Der Große Festsaal ist Austragungsort des ältesten Festmahls der Welt: das erstmals 1356 schriftlich erwähnte Matthiae-Mahl. Es bietet 425 Gästen Platz – Vertreter der Bürgerschaft und des Senats, das konsularische Corps, internationale Ehrengäste sowie Hamburger Ehrenbürger aus der »normalen Bevölkerung«.

Wussten Sie schon?
Die 287 Leuchtmittel pro Krone entsprechen exakt den Arbeitstagen eines Hamburgers im 19. Jahrhundert. Jeden Tag eine Kerze, jede Krone ein Jahr.
Saalfläche
722 m²
Deckenhöhe
15 m
Erstes Matthiae-Mahl
1356
Gäste-Plätze
425
Der große Festakt

»Das älteste Festmahl der Welt – seit 1356.«